Rathaus widerspricht Fällankündigung: Bäume in der Heinrich-Mann-Allee bleiben vorerst stehen
Auf Zetteln in der Heinrich-Mann-Allee wurden Baumfällungen angekündigt. Die Potsdamer Stadtverwaltung hat dies jedoch dementiert. Im Gegenteil: Die Umbaupläne wurden vorerst gestoppt.
Potsdam - Der geplante Umbau der Heinrich-Mann-Allee in Höhe der Staatskanzlei sorgt für Wirbel. Ende vergangener Woche waren dort Zettel aufgetaucht, auf denen die Fällung der Bäume bis zum 28. Februar angekündigt wurde. Der frühere Grünen-Stadtverordnete Nils Naber veröffentlichte Fotos davon im Kurznachrichtendienst Twitter und fragte, „stimmt es, dass vor dem 1. März an der Heinrich-Mann-Allee fast alle Bäume gefällt werden?“ Auch bei der Stadtverwaltung hätten mehrere Bürger nachgefragt, wie Stadtsprecherin Christine Homann den PNN sagte.
Tatsächlich bleiben die Bäume stehen – jedenfalls zunächst. Die Stadtverwaltung dementierte auf PNN-Anfrage, dass dort Fällungen vorbereitet werden. Die Zettel stammen nicht von der Stadtverwaltung. In absehbarer Zeit stünden in dem Bereich in der Teltower Vorstadt auch keine Fällarbeiten an. Lediglich ein Baum sei näher untersucht worden, um die Verkehrssicherheit zu prüfen. Diese stehe jedoch außerhalb des vom Umbau betroffenen Bereichs in Richtung Horstweg. Aufgrund ihres schlechten Zustandes müsse die Robinie gefällt werden. Der zuständige Umweltausschuss der Stadtverordneten werde noch darüber informiert.
Start des Umbaus noch nicht festgelegt
Wann der Umbau der Straße beginnt und wie viele Bäume dabei weichen müssen, steht noch nicht fest. Das Planfeststellungsverfahren liegt nach Rathausangaben auf Eis, weil zunächst noch andere Varianten untersucht würden. Wie berichtet sollen die Tramgleise auf der Straße teils neu verlegt werden, um das seit Jahren steigende Fahrgastaufkommen künftig mit breiteren Bahnen bewältigen zu können. Unter anderem soll auf Höhe der Staatskanzlei eine eigene Trasse für die Straßenbahn eingerichtet werden. Tramtrasse und Radweg sollen zu Lasten der Fahrspuren für Autos mehr Platz bekommen.
Im November gab es dazu eine Anwohnerversammlung im Humboldt-Gymnasium, bei der die Vorzugsvariante für den Umbau präsentiert wurde: Diese sieht vor, dass der Straßenraum erweitert wird, sodass jeweils Autos, öffentliche Verkehrsmittel und der Radverkehr eine gesonderte Fahrbahn erhalten. Für den normalen Verkehr sollen zwei Fahrstreifen mit einer Breite von dreieinhalb Metern eingerichtet werden. Der Radverkehr erhält eineinhalb bis zwei Meter. Aufgrund dieser geplanten Straßenraumerweiterung müssen Bäume weichen.
Anwohner befürchten, dass der Allee-Charakter der Straße verloren geht und durch den Umbau auch Dutzende Parkplätze wegfallen. Nicht ohne Grund: Tatsächlich werden von den derzeit 100 Stellplätzen wohl nur 60 bestehen bleiben.